1zu160 - Forum



Anzeige:
AP Modellbahn - Die Modellbahnverwaltung

THEMA: Empfehlungen zu Bleifrei & SMD gesucht

Startbeitrag
teppichbahner - 18.04.21 20:21
Hallo zusammen,

nachdem nun die ersten Bauteile für meine Projekte nur noch in SMD erhältlich sind, hab ich mir ein paar Leiterplatten aus China bestellt und die ersten SOT23 Transistoren verbaut. Und ich sag mal so: Das wird wohl funktionieren, sieht aber Schei.... aus

Was ist passiert:

Löten mit altem Bleilot: Es scheint so, als würden die unverbleiten Bauteile mit dem Bleilot ein wenig auf Kriegsfuß stehen. Jedenfalls scheinen die Lötstellen nicht so glänzend zu sein, wie ich das von bedrahteten Bauteilen kenne. Auch die "Form" der Lötstelle hat nicht den schönen Minuskusverlauf.

Löten mit "bleifrei". Eigentlich sogar besser, aber ab und an kristalisiert das Lot richtig aus und man zieht quasi "Fäden" aus der Lötstelle. Da hilft dann nur "nochmal" Löten mit viel Flußmittel. Altes Lötzinn vorher mit Litze abziehen.

Wer hat EIGENE Erfahrungen mit modernen Lötstoffen gesammelt und kann mal was zum Besten geben?

Bitte wirklich aus eigenen Erfahrungen berichten. Was theoretisch alles wie geht, hab ich selber schon oft gelesen Danke!

Bei guten Erfahrungen wäre auch die Bezeichnung/Hersteller des verwendeten Materials ganz hilfreich. Es gibt ja locker 100 verschiedene Lötzinn Sorten allein in bleifrei.

Und bevor einer fragt, warum "unbedingt" bleifrei: Weil meine Vorräte an Blei langsam aufgebraucht sind und offiziell an Privat kein Blei mehr verkauft wird. Ja, man kann es bekommen... ist nicht das Thema. Es muß ja auch nach heutigem Stand der Technik gehen, darum gehts mir.

Danke!
Klaus


Hallo,

ich benutzte einen super dünnen verbleiten SMD Lötdraht mit aktivem Flußmittel, also nicht gerade umweltschonend aber funktioniert bei der Handlötung mit der Lötnadel halt entsprechend gut.

Wenn ich bei Reparaturen das bleifreie Zinn von der Lötstelle nicht entferne, bleiben die Lötstellen grau.

Ich habe industriell gefertigte Decoder eines deutschen Herstellers (Name nenne ich bewusst nicht) erhalten wo die Lötstellen schrecklich aussehen, teilweise Zinnmangel aufweisen und mit einem grauweißen Schleier von Flußmittelresten überzogen sind - diesen konnte mit einem harten Pinsel runter schrubben. Ok, ich hätte die Platine vielleicht gleich mit Flux-Ex waschen sollen...
Andere Charge der gleichen Firma, alles sieht top aus. Dass es hier bei einer erfahrenen Firma, die im Haus produziert, solche Schwankungen bei der Reflow Lötung mit bleifreier Lötpaste gibt hat mich schon sehr überrascht.

Grüße, Peter W
Nichts lötet so gut wie Blei.

Ich habe letztes Jahr über die Firma jede Menge von dem Zeug gekauft, das reicht jetzt für 50 Jahre...
Meine Platinen werden schön verlötet, da passt alles!!



LG ChristiaN  
Hallo Klaus!

Ich habe vor längerer Zeit einmal bei Doehler&Haass nachgefragt, weil ich öfters auch mal Kabel auf Decoder löten muß. Man empfahl mir dort silberhaltiges Lot, und mit dem habe ich gute Erfahrungen gemacht. Meins hat den Aufdruck: Sn96Ag04.

Herzliche Grüße
Elmar
Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name:

... und offiziell an Privat kein Blei mehr verkauft wird.


Bei Conrad habe ich gerade noch jede Menge bleihaltiges Lot gefunden.

Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name:

Es muß ja auch nach heutigem Stand der Technik gehen, darum gehts mir.


Na dann viel Glück. Hoffentlich wirst du nicht enttäuscht wie schon etliche vor dir.

Gruß
Rainer
Hallo,
habe 2 verschiedene 100-Meter-Rollen im Internet gekauft, völlig unbrauchbar. Auch Conrad hat kein Blei! Habe von einem Freund eine uralte Rolle bekommen, leider 1mm Durchmesser. Darauf steht: S-Sn60Pb39Cu1. Das funktioniert super mit kleiner Temperatur. Benutze ich auch für kleine Smd´s. Finde es vom Gesetzgeber eine Unverschämtheit mit dem Bleiverbot. Habe als Schriftsetzer in der Lehre viel mit Bleibuchstaben gearbeitet. Da wurde sogar mit schwarzen Händen gefrühstückt. Passiert nichts. Warum für Privatpersonen verboten und für Firmen erlaubt? Funktioniert einfach nicht ohne Blei.
LG
Kalle
Mahlzeit,
SnAg ode SnAgCu funktioniert einwandfrei, man muss halt die richtige Temperatur finden und nicht zwischen verbleit und unverbleit Mischen .. übrigens werden ALLE CPU und Grafikkarten-Chip seit Jahren, wenn nicht gar seit mind. einem Jahrzehnt ohne Blei verlötet (auch für die Auto-Industrie) und da sind teilweise mehrere tausend Lötstellen im Package. Die Zuverlässigkeit ist eher besser geworden.

Grüße, Thomas
Hallo Rainer in #4.

Klaus hat in seinem Eingangsthread schon Recht damit. Bleihaltiges Lötzinn ist nur im Gewerbebereich "zulässig". Wenn Du schon die Suche bei conrad.de bemühst, gucke bitte auch auf die rechte Seite der Homepage. Dort steht schön im Conrad-Hellblau "nur für Firmenkunden erhältlich".

Viele Grüße
Jörg
Hallo zusammen,

in diesem Beitrag https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_sho...%20L%C3%B6tzinn#aw55 hatte ich meine Erfahrungen und auch Tests mit bleifreiem Lot beschrieben. dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Es gibt optisch nicht ganz so schöne Lötstellen, aber die Form und die Umschliessung der verlöteten Teile ist zufriedenstellend. Man sollte auch etwas gewissenhafter als mit Bleilot arbeiten, dann geht's.

Grüssle aus dem Schwabenländle

Bernhard
Hallo Klaus,
ich erziele gute Ergebnisse mit dem Kolophonium von Stannol.
Gibt es auch beim Großen C.
Ist etwas aufwändig, man muß erst eine gesättigte Lösung davon erstellen.
Nach dem Löten bleibt leider auch immer etwas auf dem Lot übrig.
Kalte Lötstellen hatte ich damit jedoch nie.
Die Lötstellen werden nicht soooo  blank wie mit Blei ,aber glatt.

Mit freundlichem Gruß
  Stefan
Hallo leute,

Bleifreies lot ist zum Umweltschutz.
Das ist für gewerbliches arbeiten!
Nicht gewerbliches arbeiten ist davon nicjt betroffenich arbeite damit seit ewigkeiten und werde das bid mei lötende auch so tun.

Und meine lötstellen sehen glänzend aus.

Meint ho, der schon zig tausende lötungen gemacht hat
Ich glaube jeder kennt Jemanden der irgendwie ein Gewerbe hat: darüber bestellen lassen und fertig!

Alternativ bei ebay irgendwas altes von privat kaufen. Ich hamstere schon eine Weile und kaufe auch mal ne angebrochene Rolle auf dem Oldtimerteilemarkt.

Kauft bitte nicht das Chinazeug bei ebay!
Einer unserer Azubis hat sich so eine Rolle bestellt und mir mal ein Stück gegeben weil ihm das Zeug komisch vor kam! Das Flußmittel stinkt erbärmlich und die Lötstellen waren auch nich grad pralle...
War wohl eine blaue Rolle mit rot-orangenem Etikett.

Wer sich unbedingt das bleifreie antun möchte kaufe ein Markenlot von z.B. Felder in Sn97Ag3 das gibt die brauchbarsten Verbindungen! Das Zeug mit Kupfer drin empfinde ich als deutlich grässlicher zu löten.

Hallo, hier noch ein Beitrag zu 5 von Kalle

Ja, das waren noch Zeiten, als wir in die Setzkasten reingemuffelt haben (ein Altgeselle hat da auch mal reingekotzt).
INTERESSANTERWEISE  gabs damals schon eine ,,Staubhexe", um die Buchstabenfächer zu säubern !
Schön wäre es, wenn endlich mal die ,,Staubhex'' für die Modellbahn auf den Markt käme.

Viele Grüße
Foxi
Bleifrei ist seit einigen Jahren für neue Geräte bei gewerblichen Herstellern Pflicht (RoHS). Privat ist meines Wissens immer noch ausgenommen. Ich muss das also bleifrei nutzen und habe mich mittlerweile auch daran gewöhnt. Die Löttemperatur muss zwangsläufig etwas höher als bei bleifreiem Lot sein. Aber auch hier gibt es Unterschiede, je nach Legierung. Wurde schon weiter oben angesprochen: Möglichst ein Lot ohne Kupferanteil, besser Silber. Leider verzundert das bleifreie Lot schneller als verbleites, also Spitze immer schön sauber halten (nasses Schwämmchen oder Stahlwolle). Und grundsätzlich nur Elektronik- Lot verwenden, da ist das Flussmittel bereits integriert. Genügt im Regelfall. Für SMD löten sollte die Lötfläche schon vorverzinnt sein (gute Leiterplattenhersteller liefern nur so aus). Dann ist extra Flussmittel überflüssig.
Gruß Holger
Hallo,

gerade beim Löten von SMDs , insbesondere Von LEDs der Bauform 0603 und kleiner ist die niedrigere Arbeitstemperatur von bleihaltigem Lot von Vorteil.

Ich habe mal welches "sans plomb" ausprobiert und dann in die hinterste Ecke des Bastelschrankes verbannt.

Grüße Michael Peters
Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

gute Leiterplattenhersteller liefern nur so aus


Man kann und sollte halt wissen was man braucht und das bei der Bestellung angegeben. Wenn ich Reflow im Ofen machen möchte, ist HAL (Heißluft verzinnt) eher kontraproduktiv aber für die Handlötung besser - dann aber bitte möglichst nicht auf bleifreies HAL mit bleihaltigem Zinn löten. Wenn ich Zinnpaste mit dem Pastendrucker auftragen möchte, und mit geringem Pitch Abstand arbeiten muss, ist nur Lötgold (NiAu) sinnvoll, weil es sonst Unebenheiten gibt und Schwankungen der Zinnmenge auftreten wodurch Fehler entstehen wie Aufschwimmen, Tombstone-Effekt und kurzgeschlossene Pins.

Grüße, Peter W
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

übrigens werden ALLE CPU und Grafikkarten-Chip seit Jahren, wenn nicht gar seit mind. einem Jahrzehnt ohne Blei verlötet


Hi Thomas
In der Industrie ist das alles kein Problem, da werden die Prozesse schon sauber und professionell angepasst. Das ist aber für den Amateur eine ganz andere Geschichte wie man es in diesem Beitrag mal wieder sieht.
Mein Vorschlag, schaut das ihr eine gewisse Menge über eine "befreundete" Firma besorgt und seid Lebenslang versorgt, bevor auch noch gewerblich Schluss ist. Ich habe mich letztes Jahr mit 1kg 0,5mm eingedekt, das reicht mir bis 100

LG ChristiaN
Man bekommt mit bleifreiem Lot durchaus gute Lötstellen hin. Sogar auch ohne Silber.
Wichtig sind:
- Vorher verzinnen oder Flussmittel (ich hab da nen Edding-artigen Stift) SMD-Bauteile sind i.d.R. bereits verzinnt und benötigen weder noch.
- Lötspitze sauber halten
- so kurz wie möglich löten
- Frischen Lötdraht mit Flussmittel in die Lötstelle
- Blei und bleifrei nicht mischen

"Hauptärgernis" von bleifrei ist für mich das Verzundern an der Lötspitze und das u.A. dadurch schlechte Aufschmelzen des Lötdrahtes an der Spitze. besonders wenn man was sehr Feines löten möchte: Wenn es dann schmilzt und an der Spitze bleibt ist es oft schon wieder zu viel. Dann heißt es: Spitze säubern und nochmal probieren.

Die sehr hohe Temperatur (bei mir: 390°C) ist in manchen Einsatzszenarien auch ein Problem. Für die Isolierung von Litzen zum Beispiel.
Bausätze und Gleise Löten ist auch sehr viel schwerer.

Elektrobauteile sind bei mir ausschließlich bleifrei. Blei ist nur noch für ganz harte Fälle vorrätig. Aber selbst das bekomme ich meist mit Flussmittel und etwas Geduld in den Griff. Das Blei liegt deshalb seit Monaten schon wie Blei im Regal ;)

Gruß
Andi
Zitat - Antwort-Nr.: 13 | Name: Digimoba

Für SMD löten sollte die Lötfläche schon vorverzinnt sein (gute Leiterplattenhersteller liefern nur so aus).


?????

Also,
die guten Hersteller liefern Enig (chemisch Nickel Gold) aus. HASL ist die Billig-Lösung, um die Oberflächenveredelung zu sparen und ein ziemlicher Stress für die Platinen. Und wie Peter zu Recht angemerkt hat für SMD-Bestückung gerade bei kleinen Strukturen eher unbrauchbar...

Gruß,
Torsten


Nur registrierte und eingeloggte User können Antworten schreiben.
Einloggen ->

Noch nicht registriert? Hier können Sie Ihren kostenlosen Account anlegen: Neuer N-Liste Account





Zum Seitenanfang

© by 1zu160.net;