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THEMA: Warum werden beim Vorbild die Gleise eingeschottert?

THEMA: Warum werden beim Vorbild die Gleise eingeschottert?
Startbeitrag
S.Bahn - 10.05.22 16:03
Mir ist klar, warum wir bei unserem Hobby die Gleise einschottern (oder Bettungsgleise verwenden): Weil beim Vorbild die Gleise ja auch geschottert sind und wir esmöglichst realistisch darstellen wollen. Und das führt mich zur Frage: Was ist der Grund, weswegen die Bahngesellschaften rund um den Planeten die Gleise eingeschottern? Ginge es nicht auch ohne Schotter?

Kann mir jemand diese Frage schlüssig erklären?

Hallo,

es gibt auch Schwellen in Sand- und im Grasbettung. Allerdings dürfen die Züge hier nur sehr langsam fahren.

Grüße
Markus
Hallo, genau wie B3  kann man das sagen.

Vergleicht man den Bahnaufbau mit einer Straße, so gibt es da auch keine grossen Unterschiede: Die Aufschüttung findet man da genau so wie das Planum, als Frostschutzschicht und die Schottertragschicht unter der Asphalttragschicht, der Binderschicht und dem zB Gussasphalt als Deckschicht.
Denn zwischen Schiene und Schotterbett gibt es auch noch die heutigen Dämmplatten und die Schwellen, als...... Träger. Holzschwellen haben den Schall gut gedämmt, Stahlschwellen überhaupt nicht und Platten können einen röhrenden Resonanzkörper aufbauen, sodass Schotter auch noch wie ein Schallverstärker wirkt.
Insofern ist der Schotter unter Schwellen gut und richtig und zudem Heimat von Dutzenden Tierarten, wie Eidechsen, Mäusen oder Insekten, die wiederum Futter für unachtsame Greifer sind,  die dann gelegentlich an den Frontscheiben der Loks kleben......
Gruß Sven
Moin,

Schotter ermöglicht es das Wasser gut abzuführen  - die Schwellen liegen trocken und es kann sich weniger Bewuchs im Gleis breit machen.

Schotter hat auch den Vorteil das Gleis durch Stopfen ausrichten zu können. Denn irgendwann verschiebt es sich immer etwas durch Bodensetzungen und Belastungen.....

Feste Fahrbahnen sind sehr aufwendig....

mit Grüßen

Jens
Hi

Weil man die Schwellen und Gleise nicht in den Boden nageln oder kleben kann.

LG ChristiaN
Hallo,

Es geht auch ohne Schotter. Schon in den 1930ern wurde diskutiert, die Schienen auf Betonplatten mit eingegossenen Kleineisen auf Gummiplatten zu montieren. Die Platten sollten dann einige Meter lang sein. In Japan werden solche ’slab tracks‘ beim Shinkansen verwendet.

Schotterbett dürfte billiger sein und leichter im Unterhalt, Korrekturen  sind einfacher. Solche Betonplatten sind aber auch bei uns in der Diskussion.

Viele Grüße
Nimmersatt
Hallo in die Runde,

ein noch nicht erwähnter ganz wesentlicher Punkt ist die hervorragende Elastizität des Schotterbetts (soweit es nicht durch u.a. mittels Zigarrettenkippen geförderten Bewuchses unelastisch wird).

Elastizität vermeidet u.a. Haarrisse in Fahrzeugteilen.

Beste Grüße, Norrskenet
Moin,

hier ein paar Hintergrundinformationen dazu:

https://www.gleisbau-welt.de/lexikon/infrastruktur/oberbau/schotter

Der Schotter nimmt eben Kräfte auf und federt sie ab. Fahrzeuge fahren auf Schienen im Schotterbetter komfortabler.

Dieses Thema ist übrigens ursächlich für das Unglück in Eschede gewesen. Bei ICE-Strecken wurden zunehmend Betonfahrbahnen genutzt. Die führte dazu, dass die Monoblockräder sehr hart fuhren. Es gab unerwünschte Schwingungen. Um das abzumildern wurden die gummigefederten Räder eingeführt, um den Fahrkomfort wieder zu erhöhen. Dies führte aber zu permanenten Verformungen der Radreifen, was bei einem irgendwann zu einem Bruch führte.

Gruß
Jürgen
Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: jvs1402

Dieses Thema ist übrigens ursächlich für das Unglück in Eschede gewesen. Bei ICE-Strecken wurden zunehmend Betonfahrbahnen genutzt. Die führte dazu, dass die Monoblockräder sehr hart fuhren. Es gab unerwünschte Schwingungen. Um das abzumildern wurden die gummigefederten Räder eingeführt, um den Fahrkomfort wieder zu erhöhen. Dies führte aber zu permanenten Verformungen der Radreifen, was bei einem irgendwann zu einem Bruch führte




Hallo,

nein. Das sind zwei paar Stiefel. Die feste Fahrbahn gab es doch erst großflächig ab September 1998 (zwischen Hannover und Berlin). Eschede war im Juni 1998 und danach wurde alle ICE1 abgestellt und dann umgehend auf Monoblockräder umgebaut.

Die ICE1 hatten nach einer gewissen Laufleistung Probleme mit unrunden Rädern, Dies führte zu Vibrationen welche man zuerst im Speisewagen bemerkte. Daher stattet man die Räder mit Gummieinlagen aus und die Speisewagen (und die Sitzwagen) liefen wieder ruhig. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings schon Straßenbahnbetriebe mit dem gleichen System bereits Probleme mit gebrochenen Radreifen...  

Grüße
Markus
Servus,

Beim Bau der amerikanischen transkontinentalen Bahnline, wurden Schwellen und Schienen provisorisch oft nur auf Planum gelegt um rasch Meilen zu machen.
Warum? Das kann jeder selbst, den es interessiert in der Geschichte des Baues der transkontinentalen Bahnline nachlesen.

Ansonsten hat es Gründe warum die Bahngesellschaften viel Geld ausgeben um die Schwellen + Schienen auf/in Schotter zu legen und warum dieser Schotter scharfkantiger Bruch sein muß.
Kann alles in verschiedenen Fachliteraturen und auch im Netz nachgelesen werden, wer sich dazu interessiert.

Herby, warum geben Bahnlinien so viel Geld für Gleisschotterung (Bau, ect.) aus?
Welche Gründe/Vorteile könnte es haben, diese Investitionen zu tätigen?

Warum wird kantiger Bruchschotter verwendet und nicht Rundkorn?
(Die ÖBB bezieht Gleis-Schotter aus dem Hartsteinwerk Kitzbühel.)

Warum wird auch immer wieder der Gleisschotter erneuert bei Erneuerung von Strecken?
Hierzu gibt es sehr interessante Maschinen die das bewerkstelligen (Altschotter aufnehmen, reinigen, mit neuem Schotter wieder aufs Planum)

mfG. Ralf
Hallo,

Das:

Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: jvs1402

Dieses Thema ist übrigens ursächlich für das Unglück in Eschede gewesen. Bei ICE-Strecken wurden zunehmend Betonfahrbahnen genutzt. Die führte dazu, dass die Monoblockräder sehr hart fuhren. Es gab unerwünschte Schwingungen.


stimmt nicht!
Durch Ablagerungen von Bremsstaub auf den Rädern liefen die Monoblock-Räder unruhig und dröhnten. Diesem Umstand rückte man mit den gummigelagerten Radreifen erfolgreich zu Leibe. Der Fehler lag darin, dass man diese Radreifen weit über die Spezifikation abgefahren hat - Stichwort mangelnde Wartung. Diese modernen Konstruktionen sind natürlich sensibler bei Verschleiß. Feste Fahrban gab es erst später mit der NBS Frankfurt-Köln.

Jens
Moin,

#12 Noch ergänzend nicht nur mangelnde Wartung sondern auch systematisch mangelhafte Prüfung. Nur einfache Sichtkontrolle von außen, statt ordentlichen Ultraschallprüfungen. Erst die mangelende Wartung + die zusätzlich mangelhafte Prüfung führten zu Bruch des Radreifens, mal ganz davon abgesehen dass der Wagen so schon 2-3 Wochen früher hätte aufgrund des über Maß abgefahren Radsatzes hätte nicht mehr in den Betrieb gehen dürfen. Da hat also nicht nur einer, nur einmal weggeschaut.


So zum eigentlich Thema, ursprünglich lagen die ersten sogenannten Gleise ja auch nicht in Schotter, sondern waren nur starre Rinnen aus Stein und Holz bevor es dann auch Konstruktionen von Gußeisenträgern auf einzelnen Steinen (der Vorläufer der heutigen festen Fahrbahn) gab, bevor einer mal die Schwelle erfand. Und auch dann lagen diese anfänglich und teilweise in Deutschland bis in die Epoche V nur mehr oder minder eben oftmals noch im Sand, da es auf Nebenbahnen mit niedrigen Reisegeschwindigkeiten und Achslasten keinen schweren Schotteroberbau brauchte. Es geht also unter gewissen betrieblichen Bedingungen auch gut ohne Schotter und dafür mit Sand. Oft noch in den 1990r im Gebiet der vormaligen Rbd Magdeburg, Schwerin und Greifswald anzutreffen. Ab Streckenlastklasse C spätestens braucht es aber dann doch Schotter.
https://www.altmarkeisenbahn.de/Bilderaltmarkeisenbahn/SAW-030-07.88.jpg
https://www.altmarkeisenbahn.de/Bilderaltmarkeisenbahn/1-331.jpg http://www.rbd-erfurt.de/Kilometrierung/Tabell...1996-05-06-km7,5.jpg http://www.onkel-wom.de/bilder/dr_velgast-tribsees/vel-trib_01-104.jpeg


Gruß, Matthias


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